Pro und Kontra Mac

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Hallo,

nachdem ich mich gestern ein wenig mit jemandem über das Pro und Kontra Mac unterhalten habe, habe ich mir mal so meine Gedanken gemacht und möchte diese natürlich nicht meinen Lesern des Blogs vorenthalten.

Pro

  • Bootzeit: Macs starten schnell. Dies zeigt sich in Vergleichstest mit Windows immer wieder. Vor allem: Wenn das System “da” ist, gibt es keine versteckten Verzögerungen mehr. Windows tut am Anfang meist nur so (um den ungeduldigen Benutzer zu beruhigen), ist aber noch nicht wirklich benutzbar. Allerdings – das gebe ich zu – kann man auch einen Mac mit der Zeit überladen und der Start dauert länger, was jedoch mit Tools wie Onyx schnell behoben werden kann, so das der Mac nach einer Frischzellen Kur wieder wie gewohnt schnell startet.
  • Geräusch: Mein Mac Pro ist so gut wie unhörbar. Selbst unter Last ist er noch leiser als der leise summende Luftbefeuchter nebendran. Gleiches gilt für das Macbook Pro, den Mac mini und den iMac, alle sind ausgesprochen ruhige Zeitgenossen.
  • Sleepmodus: Kein Bock, weiterzuarbeiten? Einfach das Macbook zuklappen und wenn’s weitergehen soll, wieder auf. Nach 1-2 Sekunden ist das Macbook wieder arbeitsfaehig, inklusive Netz. Das Macbook Air ist sogar noch etwas schneller. Runter- und Hochfahren kann man sich schenken.
  • Expose: Ein Klick auf die 4. Maustaste und alle Fenster fahren beiseite, machen den Desktop frei. Ein Klick auf die 5. Maustaste (natürlich frei konfigurierbar), und alle offenen Fenster fahren ein Stück zurück, sodass ich alle gleichzeitig anschauen und mir das Fenster suchen kann, was ich als naechstes nutzen möchte. Funktioniert z.B. auch waehrend Drag-and-Drop und ist eine der Funktionen, die ich an meinem Firmen-Windows-Notebook immer wieder vermisse.
  • Komplettheit: Kaufe ich einen Mac im Laden, habe ich mit Mac OS X und iLife jede Menge Software zum Spass haben: Fotos verwalten (iPhoto), Musik und Podcasts aufnehmen (GarageBand), Filme schneiden (iMovie), Webseiten erstellen (iWeb), Mails schreiben, Kontakte, Adressen, Scanprogramm, Musik verwalten, hören, kaufen (iTunes), Scannen (Digitale Bilder), DVDs abspielen (DVD Player), aber auch selber erstellen (iDVD), ein Media Center mit Fernbedienung (FrontRow), Chat incl. Audio und Video (iChat), CDs und DVDs brennen, Fernzugriff per Screen-Sharing. Dies alles ist bereits Teil des Systems. Für 79 Euro bekomme ich ein Paket aus Textverwaltung (Pages), Tabellenkalkulation (Numbers) und Praesentationsprogramm (Keynote), welche sich nahtlos in die anderen Programm auf dem Mac einfügen.
  • Übersichtlicheres Troubleshooting: Sollte es tatsaechlich mal Probleme mit einem Programm geben (ja, auch das kommt vor), gibt es ein paar einfache Regeln zur Problemlösung. Eine davon: Einfach die Voreinstellungsdatei des Programms löschen, diese wird automatisch neu angelegt. Fehlkonfigurationen lassen sich damit schnell beseitigen. Es gibt keine versteckte und kryptische Registry.
  • Weniger Neustarts: Ein Mac laeuft einfach laenger stabil. Meinen Mac Pro kann ich tagelang (und laenger) anlassen, das Macbook Pro klappe ich einfach zu und wieder auf. Klar, ab und zu freut sich auch ein Mac über einen Neustart, aber erfahrungsgemaess deutlich seltener als ein PC.
  • Zusammenarbeit der Programme: Die mitgelieferten Mac-Programme (siehe oben) arbeiten oft nahtlos miteinander zusammen. Bilder aus iPhoto erscheinen auch in iWeb oder Mail, um dort eingebaut werden zu können, gleiches gilt für Musik aus iTunes. Fotos können aus iPhoto direkt exportiert werden in iMovie, um einen Film mit Diashow zu erzeugen, von dort aus geht weiter in iDVD und ich brenne eine DVD daraus.
  • Weniger Ramsch bei der Shareware: Es gibt jede Menge Shareware für den Mac, mittlerweile bleibt so gut wie kein Wunsch mehr offen. Und doch ist der “Markt” kleiner als beim PC, begrenzter. Was aber auch heisst, dass es nicht so viel Schrott gibt, wie für Windows.
  • Einheitlichere Programmoberflächen: Apple hat klare Design- und Menüvorgaben. Haelt sich ein Programmierer daran (und die allermeisten tun es), wird man dieselben Menüpunkte (Einstellungen, Drucken, Sichern, Darstellung etc.) immer an demselben Ort vorfinden. Die Menüs folgen immer demselben Schema (Hauptmenü, Ablage, Bearbeiten, Darstellung …), das erleichter den Wechsel  von einem zum naechsten Programm erheblich. Suchen unnötig.
  • Einfache Installation: Für die meisten Mac-Programme bedeutet Installieren: Kopieren in den Programme-Ordner. Fertig. Nicht mal das ist notwendig, ich kann ein Programm überall hinkopieren oder sogar aus seinem Installationsarchiv oder von CD aus starten. Individuelle Dateien (Einstellungen, Benutzer-spezifische Dateien) werden automatisch angelegt, lassen sich aber auch bei Bedarf schnell finden und wieder beseitigen. Keine versteckten Konfigs in einer Registry, keine Bindung an irgendwelche Ordner. Ein Programm verschieben? Kein Problem. Ordner umbenennen oder umorganisieren. Einfach tun.
  • Virenfrei: Zugegeben, dafür kann Apple nicht viel. Der Mac ist für Hacker einfach noch nicht attraktiv genug, um angegriffen zu werden. Und: Auch ein Mac kann Sicherheitslöcher haben. Aber wie bei Windows gibt es auch hier Updates, die die Löcher stopfen. Und den Rechner “sicher” zu betreiben (das heisst z.B. mit einem Benutzer ohne Admin-Rechte) ist auf dem Mac deutlich angenehmer als auf einem Windows-System, dass mitunter sogar explizit einen Admin-User verlangt.
  • Generic Treiber: Wie Apple das macht? Keine Ahnung. Aber viele Treiber auf dem Mac sind Generic Treiber, das heisst, sie arbeiten auch mit neuer Hardware zusammen, für die der Treiber noch gar nicht explizit gedacht war. Daher wird für viele Geraete gar kein spezieller Herstellertreiber benötigt, einfach anschliessen und auf den Mac-eigenen Treiber bauen. Das funktioniert nicht immer (z.B. bei alten HP-Druckern nicht, aber selbst dafür gibt es Lösungen), aber in den meisten Faellen gut. Fazit: Auch ein Mac ist nicht vor Treiber-Problemen gefeit, aber sie sind deutlich seltener als bei einem PC.
  • Viele Betriebssysteme laufbar (Mac, Windows, Linux): Mit BootCamp (Teil des mitgelieferten Systems) kann man ein Windows “nativ” auf einem aktuellen Mac (seit ca. 2006) laufen lassen. Das heisst, Windows laeuft direkt auf der Hardware, kein anderes Betriebssystem darunter oder nebendran. Das heisst auch: Volle Performance. Und mit den Virtualisierern wie VMware, Parallels etc. laesst sich noch viel mehr betreiben: Alle Windows-Derivate seit Windows 95, Linux, Solaris. Und auch das “nativ” auf dem Intel-Prozessor. Parallels ist inzwischen so modernisiert, dass es sich nahtlos in das laufende Mac OS eingliedert, das heisst, Windows und Mac-Fenster nebeneinander auf dem gemeinsamen Mac-Desktop, problemloser Datenaustausch (die Festplatten werden gegenseitig “gesehen”) und Nutzung von USB-Peripherie wie Drucker, Speichersticks etc.
  • Unix-Unterbau: Selbermacher aufgepasst! Mac OS X basiert auf einem Unix-Kernel, wer mit Linux oder gar einem Unix-Derivat vertraut ist, wird hier viel Bekanntes vorfinden. Das schreit geradezu nach einer persönlichen Vervollkommnung, z.B. durch eigene Skripte. Zusammenarbeit mit anderen Unix/Linux-Servern, z.B: über ssh / scp /sftp, rsync etc. ist überhaupt kein Problem.
  • Reduziert auf das Wesentliche: Keine 1000 Spielereien, die keiner braucht. Ein Mac heisst einschalten und loslegen, Spass haben. Keine unzaehligen und undurchschaubaren Konfigurationen, kein Überladen, kein Schnick-Schnack.
  • Keine Aufkleber: Wozu? Das Apple-Design ist schön, wie es ist (wenn auch mitunter Gegenstand von Geschmacksdiskussionen). Es braucht keine Aufkleber mit SuperProtzAngeb-Leistungsdaten. Ein Mac-User weiss, was er hat und er muss es den anderen nicht beweisen. Der Apfel auf dem Rechner ist “Beweis” genug.
  • Intelligente Netzwerkverwaltung (Auto-Switch WLAN): Der Mac merkt’s. Bin ich zu Hause mit dem Macbook, nutzt er das dortige WLAN, bei einem Freund erkennt er dessen (bereits konfiguriertes) WLAN und schaltet um. Auf der Arbeit stecke ich den 3G-Stick ein – das Netzwerk schaltet automatisch um. Einmal konfiguiert, muss ich mir um das Umschalten keine grossen Gedanken mehr machen. Aber selbst diese “Erst-Konfig” gestaltet sich (auch bei WLANs) beim Mac erstaunlich einfach: Netzwerkkennwort eingeben und fertig. (Klar, der WLAN-Router muss natürlich auch mitspielen ;-))
  • Einfaches Screen-Sharing: Den Desktop eines entfernten Mac fernsteuern? Kein Problem. Im lokalen Netz sehe ich andere Rechner sowieso automatisch (Dank Bonjour), einmalig anmelden reicht und ich kann auf die entfernten Laufwerke, aber auch den Desktop problemlos zugreifen. Und übers Internet? Man nehme eine Chat-Verbindung über iChat (z.B. über AIM), gebe dem Chatpartner den Bildschirm frei und das war’s. Dabei kann man sich nebenbei noch per Audio unterhalten und erklaeren, was man da gerade alles anstellt.
  • Bonjour: Macs in einem lokalen Netzwerk “sehen” sich automatisch, dank Bonjour. Dazu muss man keine IP-Adresse wissen, auch keinen Namen. Die anderen Rechner erscheinen automatisch im eigenen Finder (entspricht in etwa dem “Explorer” bei Windows) und können direkt angesprochen werden: Drucken, Verzeichnisse, Bildschirm und die freigegebenen iTunes Musik-Bibliotheken.
  • Monitor- und Desktop-Icon-Verwaltung: Schliesse ich einen zweiten Bildschirm an meinen Mac an, denkt er sich “Holla, ein zweiter Bildschirm, den wollen wir doch gleich mal nutzen”. Er merkt sich Anordnung und Auflösung und ist der Bildschirm irgendwann wieder weg, auch gut. So kann ich immer hin und her wechseln, eigentlich selbstverständlich. Ein Freund sagte mir, der Mac würde beim Wechsel erkennen, ob es sich um einen Monitor oder Beamer handelt und je nachdem Desktoperweiterung bzw. Spiegelung vorschlagen.
    Der Mac läßt auch meine Desktop-Icons da, wo ich sie hinsortiert habe, auch wenn ich einen 2. Monitor an- und abstöpsele (ich liebe dieses Wort). Mein Firmen-Laptop (Windows XP) mit 2. Monitor dagegen vergisst schon bei jedem Lock/Unlock meine favorisierte Bildschirmanordnung und schmeisst immer wieder mal nach Belieben meine Desktop-Icons durcheinander.
  • Betriebssystem-Installation: Es gibt genau ein aktuelles Mac OS X (mal abgesehen von der Server-Version). Kein UltimateHomeBasicSonstwas-Rumgedusel. Es gibt keine Seriennummer, keine Aktivierung und keinen Kopierschutz. Einfach mit wenigen Klicks installieren und loslegen. Die MS’sche Paranoia ist dem Mac fremd.
  • Stabilitaet / Multitasking: Noch eine Ergaenzung aus dem Freundeskreis: “Was der PC zwar auch kann, macht der Mac mit Leichtigkeit. Sollte man bei wichtigen Dingen beim PC lieber warten bis diese fertig sind, kann man beim Mac mit ruhigem Gewissen weiterarbeiten. Die gebrannte CD oder die Fernsehaufnahme wird trotzdem gelingen.”

Und sonst noch?

  • Spotlight, QuickShow, Benutzerhilfen, Screenshots, Landeseinstellungen, Tonumschaltung… es gibt noch unzaehlige Beispiele mehr, die für mich den Mac dem PC überlegen machen. Aber ein bisschen was sollt Ihr ja auch noch selber herausfinden, sobald Ihr Euren ersten Mac auf dem Schreibtisch stehen habt.

Klar, ein Mac hat nicht nur gute Seiten. Und da zu Licht auch Schatten gehört, hier ein paar Sachen, die mir mit der Zeit beim Mac aufgefallen sind und teilweise auch stören.

Ungewohnt:

Shortcuts: Mac wie PC benutzen für viele Shortcuts 2 Tasten links der Leertaste – Alt- und Ctrl/Strg beim PC, Ctrl- und Befehlstaste beim Mac – aber genau spiegelverkehrt. Das ist für PC’ler am Anfang eine Umgewöhnung, hat aber nix mit “richtig” oder “falsch” zu tun. Man kann übrigens diese Spiegelung beim Mac einfach auf “PC-like” umstellen (kann Windows das?), allerdings sollte man das vermeiden, da sonst manche Dokumentation nicht mehr dem tatsächlichen Layout entspricht.

Contra:

  • Beachball: Was dem PC die Sanduhr, ist dem Mac sein Beachball. Und da kann es hin und wieder mal vorkommen, dass sich ein Programm verheddert und aus der Unendlichkeitsschleife nicht mehr rauswill. Ist selten, aber kommt vor. Ein solches Programm aber kann man in der Regel mit dem “Sofort beenden”-Befehl abschiessen.
  • Preis: Darüber wird immer wieder gestritten: Ist der Mac sein Geld wert. Für mich ganz klar: JA. Aber nicht jeder möchte so viel Geld ausgeben, wie ein Mac kostet und stellt (in meinen Augen unfaire) Vergleiche mit den Geiz-ist-Geil-Angeboten diverser Kistenschieber an. Aber ja: Am Preis wird es schon für den ein oder anderen scheitern und Apples Preispolitik ist manchmal schwer nachvollziehbar. Allerdings gab es in den letzten Jahren immer wieder markante Preissenkungen, die Macbook und iMac deutlich attraktiver gemacht haben. Des weiteren gibt es auch einige Händler die erhebliche Preisnachlässe gewähren, so habe ich seinerzeit meinen MacBook Pro welche in der Apple Preisliste stand mit 3.200 EUR für sage und schreibe 2.500 EUR erstanden bei der Fa. In-Time in München. Ich denke auch wenn ich nicht grade mir nur einen Medion PC gönne sondern qualitativ gute Hardware nehme eines Markenherstellers (z.B. HP) liege ich mit großer Sicherheit im gleichen Preissegment.
  • Kompatibilitaets-Probleme mit älterer Hardware (HP-Drucker): Das kann passieren: Man steigt vom PC auf den Mac um, bringt einen aelteren Drucker mit ein (z.B. HP Laserjet 5L) und hat doch ein wenig Mühe, diesen unter dem Mac zum Laufen zu bringen. So absolut problemlos, wie sich aktuelle Hardware am Mac anschliessen laesst, so nervend kann mitunter der Kampf mit alten Geraeten sein.
  • Speicherintensiv: Der Mac braucht Speicher. 1 GB ist das absolute Minimum, weshalb aktuelle Geraete schon mit 2 bzw. 4 GB ausgeliefert werden. Nicht zuletzt, weil viele ab und zu auch noch Windows parallel laufen lassen, was natürlich nochmal zusaetzlichen Speicher braucht.

Sollte ich noch was vergessen haben, bin ich jederzeit gerne bereit das ganze hier zu ergänzen.

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